
Schlaf
Sri Chinmoy gibt Tipps dazu wie man erholsameren Schlaf erhalten kann und Tipps rund um das Thema „Schlaf und Meditation".
Fragen
- Was sollten wir tun, wenn wir sehr müde sind? Ich weiß, wir sollten keinen Tee und keinen Kaffee trinken. Gibt es spirituelle Methoden, um aufzuwachen oder effektiver zu schlafen?
- Du sagst, wir sollten schlafen, wenn wir krank sind oder uns erschöpft fühlen. Was sollen wir tun, wenn wir aufwachen und unser Körper sagt, er sei wirklich erschöpft und brauche mehr Schlaf?
- Wenn ich manchmal spät zu Bett gehe und nur fünf Stunden geschlafen habe, habe ich das Gefühl, ich sollte mich länger ausruhen.
- Angenommen wir sind bis spät in die Nacht hinein auf und haben das Gefühl, wir könnten mit so wenig Schlaf nicht zu unserer gewohnten Zeit aufstehen. Sollten wir dann später meditieren, oder sollten wir zur gewohnten Zeit meditieren und uns danach wieder
Was sollten wir tun, wenn wir sehr müde sind? Ich weiß, wir sollten keinen Tee und keinen Kaffee trinken. Gibt es spirituelle Methoden, um aufzuwachen oder effektiver zu schlafen?
Sri Chinmoy: Es gibt spirituelle Methoden, die uns helfen können, wenn wir müde sind. Man kann zum Beispiel fünf Minuten lang wechselseitiges Atmen üben, darf es aber nicht mechanisch tun. Während des Atmens sollte man sich konzentrieren. Dann wird man mit Sicherheit fühlen, daß man göttliche Energie einatmet. Kaffee schenkt uns Energie, Tee schenkt uns Energie, doch die göttliche Energie, die wir ständig einatmen, besitzt unendlich viel mehr Kraft als Kaffee und Tee.
Ich habe gesagt, sieben oder acht Stunden Schlaf seien für Anfänger notwendig. Doch es gibt eine Yoga-Methode, um sich auszuruhen. In einer Sekunde kann man fünfzehn Minuten lang schlafen, manchmal auch eine halbe Stunde lang oder länger. Wie kann man diese Art von Erholung lernen? Wenn wir in der Nacht schlafen, sollten wir fühlen, dass unser ganzer Körper von Kopf bis zu den Füßen ein Meer von Frieden geworden ist. Versucht bewusst zu fühlen, dass ihr nicht euer Körper seid, sondern eine unendliche Ausdehnung des Friedens. Wenn ihr bewusst diesen Frieden fühlen könnt, werdet ihr sehen, dass euer physischer Körper in das Meer eingetaucht und in diesem Meer des Friedens völlig verschwunden ist. Wenn wir diese Übung effektiv machen können, werden wir sehr wenig Schlaf benötigen.
Ob wir ausgeschlafen sind, hängt nicht von der Anzahl der geschlafenen Stunden ab. Während acht Stunden Schlaf schlafen wir kaum eine Stunde lang richtig und erhalten möglicherweise nicht einmal zwei Minuten echten Schlaf. Wir wissen, wie man meditiert und sich konzentriert. Nun müssen wir diese unendliche Ausdehnung des Friedens in uns spüren und versuchen, diese Ausdehnung des Friedens zu verkörpern. Wir haben das Gefühl, wir seien stark, wenn unser Körper aktiv und dynamisch ist. Doch die wirkliche Stärke liegt im inneren Frieden und nicht in der äußeren Handlung. Wenn wir in unendlichem Maße Frieden besitzen, dann kommt automatisch dynamische Energie von dort. Auf dem äußeren Gebiet der Manifestation werden wir zu dynamischer Energie, während wir innerlich reiner Frieden sind.
Die indische Tradition besagt, dass wir besser schlafen, wenn wir uns in der Nacht auf die linke Seite legen. Während des Tages ist es am besten, auf der rechten Seite zu schlafen. Doch auf dem Bauch sollte man nie schlafen. In all diesen Dingen liegt etwas Wahres. Die Weisen sagen auch, dass man nie mit den Händen auf der Brust schlafen soll, sonst erhalte man Albträume. Viele Menschen haben deshalb unnötig Albträume.
Wenn ihr das Gefühl habt, dass euch selbst acht Stunden Schlaf nicht genügen, oder falls ihr in einer bestimmten Nacht nicht zu eurer gewohnten Zeit zu Bett gehen könnt, dann könnt ihr einen Trick anwenden: Versucht euch vorzustellen, dass ihr vierundzwanzig Stunden schlafen werdet. Sobald ihr dann am Morgen erwacht, versucht zu fühlen, dass ihr vierundzwanzig Stunden geschlafen habt. Denkt nie daran, dass ihr nur drei oder vier Stunden geschlafen habt. Der Verstand überzeugt das äußere Bewusstsein. Allein der bewusste Verstand kann euch zufriedenstellen. Wenn euer bewusster Verstand euch sagt, dass ihr vierundzwanzig Stunden geschlafen habt, werdet ihr es glauben. Dies ist keine Selbsttäuschung; es ist Selbstkontrolle im bewussten Verstand. Wir sagen, wir hätten vierundzwanzig Stunden geschlafen, weil die Zahl vierundzwanzig uns das Gefühl gibt, wir hätten uns mehr als genug ausgeruht. Diese Zahl besitzt eine große Kraft. Vielleicht schlafen wir nicht einmal vier Stunden, doch die Zahl vierundzwanzig gibt uns sofort das Gefühl der Zufriedenheit, der Erleichterung und der Erfüllung. Auf diese Weise können wir früh am Morgen aufstehen.
Du sagst, wir sollten schlafen, wenn wir krank sind oder uns erschöpft fühlen. Was sollen wir tun, wenn wir aufwachen und unser Körper sagt, er sei wirklich erschöpft und brauche mehr Schlaf?
Sri Chinmoy: In diesem Fall ist es nicht der Körper, sondern der physische Verstand, der spricht. Selbst wenn wir zwanzig Stunden schlafen, wird der physische Verstand sagen: „Ich bin müde, ich bin so müde.“ Wenn wir aufstehen, wird uns derselbe physische Verstand sagen: „Jetzt ist es zu spät zum Meditieren; die Zeit ist vorbei.“
Wenn ich manchmal spät zu Bett gehe und nur fünf Stunden geschlafen habe, habe ich das Gefühl, ich sollte mich länger ausruhen.
Sri Chinmoy: Das ist wahr. Was könnt ihr tun, wenn euer Körper Ruhe verlangt? Ihr müsst weise sein. Ihr müsst versuchen, euer Leben so zu organisieren, dass ihr genügend Schlaf erhaltet. Manchmal sagen euch jedoch der schlaue Verstand und der lethargische Körper, dass ihr mehr Schlaf bräuchtet, obwohl ihr eigentlich gar nicht mehr Schlaf braucht. Versucht euch also bitte im klaren zu sein, ob euer Körper wirklich mehr Schlaf braucht, oder ob es nur euer Verstand ist, der euch müde fühlen lässt.
Angenommen wir sind bis spät in die Nacht hinein auf und haben das Gefühl, wir könnten mit so wenig Schlaf nicht zu unserer gewohnten Zeit aufstehen. Sollten wir dann später meditieren, oder sollten wir zur gewohnten Zeit meditieren und uns danach wieder
Sri Chinmoy: Wenn ihr eine bestimmte Stunde habt, zu der ihr meditiert, ist es am besten, immer zu dieser Zeit aufzustehen, außer unter höchst ungewöhnlichen und unvermeidlichen Umständen. Man kann selbst drei oder vier Stunden, nach kurzer Rast, ohne weiteres meditieren.
Wenn jemand jedoch nur eine halbe Stunde oder eine Stunde vor seiner geplanten Meditationszeit zu Bett gegangen ist, dann wird es für ihn sehr schwierig, wenn nicht unmöglich sein, zu meditieren. Es wird dann keine wirkliche Meditation, sondern nur eine Art geistige Übung und physische Qual sein. Wenn man jedoch drei Stunden lang geschlafen hat, sollte man fähig sein, zu seiner gewohnten Zeit zu meditieren und sich nachher wieder schlafen zu legen.
Wenn ihr eine bestimmte Zeit für eure Meditation festgelegt habt, dann fühlt, dass zu dieser Stunde euer Geliebter kommt und an eure Türe klopfen wird. Wenn derjenige, den ihr liebt, zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Rendezvous mit euch hat, werdet ihr mit Sicherheit kommen, um dieses Rendezvous trotz mangelnden Schlafes einzuhalten; einfach deshalb, weil ihr den Betreffenden liebt. Wenn Gott euer erhabener Geliebter ist, dann werdet ihr ihm nicht zumuten, vor der Tür zu stehen und vergeblich auf euch zu warten. Ihr werdet rennen, um ihn hereinzulassen. Wenn ihr die Türe nicht öffnet, wird Er weggehen. Wenn ihr dann später aufsteht, wird eure Meditation nicht so gut sein wie gewöhnlich, und eure Seele wird euch ihre Traurigkeit spüren lassen, da ihr euren Geliebten enttäuscht habt.
