Meditation
Wann, wie lange, in welcher Haltung meditiere ich am besten? Ein Auszug aus den zahlreichen Fragen, die Sri Chinmoy zum Thema Meditation beantwortet hat, wirft ein klares Licht darauf, was man beachten muss, um eine gute Meditationserfahrung zu machen und was man falsch machen kann.
Fragen
- Wie lange soll ich meditieren? Genügen fünfzehn Minuten oder soll ich versuchen, länger zu meditieren?
- Welche Zeit eignet sich am besten für die Morgenmeditation?
- Kann man länger meditieren, wenn man sich während der Meditation sehr inspiriert fühlt?
- Mit welchem Zeitabstand sollte man vor und nach dem Meditieren essen?
- Wie beginne ich?
- Bedeutung der Haltung
- Geschlossene oder offene Augen
Gedanken
Wie lange soll ich meditieren? Genügen fünfzehn Minuten oder soll ich versuchen, länger zu meditieren?
Sri Chinmoy: Das hängt von dir ab. Wenn du länger als fünfzehn Minuten meditieren kannst, dann tu es bitte. Doch die Meditation muss völlig aufrichtig und seelenvoll sein. Es ist falsch, eine Stunde lang dazusitzen, nur um sich das Gefühl zu geben, man sei ein fortgeschrittener Sucher. Die Seele wird nicht anwesend sein. Du kannst fünf Stunden lang meditieren, doch die Meditation wird dir keine Freude bereiten. Sie wird überhaupt nicht fruchtbar sein. Du wirst lediglich Kopfschmerzen bekommen. Wenn jemand fünfzehn Minuten lang höchst seelenvoll meditieren kann und das Gefühl hat, er könne fortfahren, so kann er weiter meditieren. Wenn er jedoch die Fähigkeit nicht hat, wird er nur seine Zeit verschwenden.
Am besten meditierst du, solange du kannst, ohne dich geistig zu verspannen. Es hängt völlig von deiner Fähigkeit ab. Die spirituelle Fähigkeit zu vergrößern, ist, wie einen Muskel zu entwickeln. Du übst heute vielleicht fünf Minuten lang, und dann bist du müde. Nach zwei Monaten kannst du eine halbe Stunde oder länger trainieren, denn du hast deine Muskeln entwickelt. Es gibt auch einen spirituellen Muskel: deine Strebsamkeit. Es hängt ganz von der Stärke deines inneren Muskels ab, wie lange und wie aufrichtig du nach Gott schreien kannst.
Welche Zeit eignet sich am besten für die Morgenmeditation?
Sri Chinmoy: Die geeignetste Zeit zum Meditieren ist zwischen drei und vier Uhr morgens. Das ist Brahma Muhurta, die Stunde Gottes. Ganz gleich, auf welcher Stufe du stehst, selbst wenn du ein völliger Anfänger bist – du wirst auf sehr wenig Widerstand stoßen, wenn du um diese Zeit meditierst.
Vom westlichen Menschen, der um zwölf oder ein Uhr zu Bett geht, kann man nicht erwarten, dass er um drei oder vier Uhr meditiert. Wenn du um vier Uhr meditieren willst, solltest du abends um neun oder zehn Uhr schlafen gehen. Für jemanden, der das spirituelle Leben eben erst begonnen hat, sind sieben oder acht Stunden Schlaf notwendig. Wenn du versuchst, nur drei oder vier Stunden zu schlafen, damit du um vier Uhr morgens aufstehen kannst, wird sich das negativ auf deine Gesundheit auswirken. Wenn du erschöpft bist, wirst du auch in spiritueller Hinsicht nicht davon profitieren, und der Körper wird sich als Hindernis für deinen inneren Fortschritt herausstellen. Wenn du im spirituellen Leben einen gewissen Fortschritt gemacht hast, kannst du deinen Schlaf nach und nach reduzieren. Wenn dein physischer Körper beginnt, Licht von oben zu empfangen, verringert sich dein Schlafbedürfnis.
Wenn du nicht so früh meditieren kannst, meditierst du am besten gleich nach dem Aufstehen, bevor du dich deinen täglichen Aktivitäten zuwendest. Wenn möglich, solltest du versuchen, vor sieben Uhr zu meditieren. Bevor die äußere Welt dich angreift oder irgendetwas von dir verlangt, solltest du in die innere Welt eintreten, mit der Absicht, dich selbst zu erfüllen. Auf diese Weise erfüllst du deine innere Pflicht, bevor du beginnst, deinen äußeren Pflichten nachzukommen. Alles wird eine spirituellere Perspektive erhalten, wenn Gott in deinem Leben zuerst kommt. Wenn du Gott – der dir am liebsten ist und dir am nächsten steht – zuerst erfüllen kannst, bevor du deine irdischen Tätigkeiten beginnst, verhältst du dich ganz natürlich und richtig.
Kann man länger meditieren, wenn man sich während der Meditation sehr inspiriert fühlt?
Sri Chinmoy: Bleibe am Anfang einfach in einer meditativen Stimmung und lies spirituelle Schriften oder singe spirituelle Lieder. Wenn du eine halbe Stunde lang meditiert hast, dann kannst du diese Zeitspanne nach zwei oder drei Monaten ausdehnen. Dehne sie jedoch nicht zu plötzlich aus. Auch wenn du dich inspiriert fühlst, verlängere deine Meditationszeit bitte nur nach und nach. Sonst dringt leicht ein subtiler Stolz in dich ein, wenn du heute gut meditierst und du auf einmal deine Meditationszeit verdoppelst. Du wirst den ganzen Tag voller Stolz sein, und am nächsten Morgen wird dir dieser Stolz nicht erlauben, überhaupt zu meditieren. Du wirst glauben, du hättest von deiner Meditation alles erhalten und wirst zwei Wochen lang nicht einmal aufstehen.
Meditation ist wie Essen oder Turnen. Wenn man an einem Tag zuviel isst, wird man am nächsten Tag Magenschmerzen haben. Oder wenn man die Fähigkeit hat, fünf Liegestützen zu machen und sich eines Tages inspiriert fühlt, diese Übung zwanzigmal zu machen, dann wird man am folgenden Tag zu müde sein, auch nur eine einzige Liegestütze zu machen. Vergrößere deine Fähigkeit deshalb immer langsam; dann wirst du keine Schwierigkeiten haben. Verlängere die Zeitspanne jeweils nur um eine oder zwei Minuten. Nach etwa einem Monat wird deine Meditation zehn oder fünfzehn Minuten länger sein.
Mit welchem Zeitabstand sollte man vor und nach dem Meditieren essen?
Sri Chinmoy: Wenn du nach einer vollen Mahlzeit, wie dem Mittagessen oder dem Abendessen meditieren willst, solltest du mindestens zweieinhalb Stunden warten. Wenn du ein ganz leichtes Frühstück zu dir genommen hast, kannst du nach eineinhalb Stunden meditieren. Vor eineinhalb Stunden wirst du keine tiefe, wahre Meditation haben, weil deine subtilen Nerven schwer und träge sind. Die Hauptstränge – Ida, Pingala und Sushumna – finden es extrem schwierig, kosmische Energie hindurch fließen zu lassen, wenn der Körper gerade eine volle Mahlzeit zu sich genommen hat.
Wenn du mit großer Aufrichtigkeit meditieren willst, solltest du immer mit leerem Magen meditieren. Leer bedeutet nicht völlig leer. Wenn du von Hunger gequält wirst, solltest du etwas ganz Leichtes zu dir nehmen, sonst wird deine Meditation durch den Hunger gestört. Du kannst ein Glas Saft oder Wasser trinken.
Nach dem Meditieren solltest du mindestens eine halbe Stunde lang nichts essen, denn so lange dauert es etwa, bis die spirituellen Kräfte assimiliert sind, die du während der Meditation erhalten hast.
Wie beginne ich?
Sri Chinmoy: Vom spirituellen Gesichtspunkt aus betrachtet, ist jeder Sucher ein Anfänger. Ein Anfänger ist derjenige, der den inneren Drang verspürt, in etwas Göttlicheres, etwas Erleuchtenderes und etwas Erfüllenderes zu wachsen. In dem Moment, wo du beständigen Fortschritt machen willst, in dem Moment, wo du über dich selbst hinausgehen und in das ewig sich transzendierende Jenseits eintreten willst, in diesem Augenblick wirst du zum ewigen Anfänger.
Wenn du ein absoluter Anfänger bist, kannst du damit beginnen, ein paar spirituelle Bücher oder Schriften zu lesen. Diese werden dir Inspiration geben. Du solltest jedoch Bücher von spirituellen Meistern lesen, in die du unbedingtes Vertrauen hast. Es gibt Meister, die das höchste Bewusstsein erreicht haben; wenn du deren Bücher liest, wirst du ganz bestimmt inspiriert werden. Es ist nicht empfehlenswert, Bücher von Professoren, Gelehrten oder Suchern zu lesen, die selbst noch auf dem Weg sind und die Erleuchtung noch nicht erlangt haben. Nur jene, die die Wahrheit verwirklicht haben, sind fähig, die Wahrheit anzubieten. Sonst ist es, als würde ein Blinder einen Blinden führen.
Es ist auch empfehlenswert, sich mit Leuten zu treffen, die schon seit einiger Zeit meditieren. Diese Leute sind vielleicht nicht in der Lage, dich zu lehren, doch sie können dich inspirieren. Selbst wenn du nur neben ihnen sitzt, während sie meditieren, wird dein inneres Wesen unbewusst etwas von ihrer Meditationskraft erhalten. Du nimmst ihnen nichts weg, dein inneres Wesen nimmt nur ohne dein äußeres Wissen die Hilfe der anderen in Anspruch.
Am Anfang solltest du nicht einmal über Meditation nachdenken. Versuche nur eine bestimmte Zeit am Tag festzulegen, in der du versuchst, ruhig und still zu sein und in der du fühlst, dass diese fünf Minuten nur deinem inneren Wesen gehören und sonst niemandem. Regelmäßigkeit ist außerordentlich wichtig. Übe regelmäßig zu einer bestimmten Zeit.
Bedeutung der Haltung
Sri Chinmoy: Wenn wir meditieren, ist es wichtig, dass unser Rücken aufrecht und gerade und unser Körper entspannt ist. Wenn der Körper steif ist, können die göttlichen und erfüllenden Eigenschaften, die während der Meditation in und durch ihn fließen, nicht empfangen werden. Unser Körper sollte sich in einer bequemen Stellung befinden. Während du meditierst, wird dein inneres Wesen dich spontan in eine bequeme Stellung bringen, und es liegt dann an dir, ob du sie beibehältst. Der Lotussitz hat den großen Vorteil, dass er hilft, das Rückgrat gerade und aufrecht zu halten. Für die meisten Menschen ist er jedoch unbequem. Der Lotussitz ist für eine richtige Meditationshaltung überhaupt nicht notwendig. Es gibt viele Leute, die sehr gut meditieren, während sie auf einem Stuhl sitzen.
Einige Leute machen Körperübungen. Diese Übungen, genannt Hatha Yoga, entspannen den Körper und geben uns für kurze Zeit inneren Frieden. Wenn jemand körperlich sehr unruhig ist und keine Sekunde still sitzen kann, werden diese Übungen bestimmt helfen. Doch Hatha Yoga ist im allgemeinen nicht erforderlich. Es gibt viele Strebende, die sich hinsetzen und ihren Verstand zur Ruhe bringen, ohne zuvor Hatha Yoga gemacht zu haben.
Im Liegen zu meditieren ist nicht empfehlenswert, selbst wenn man schon seit mehreren Jahren meditiert. Jene, die es versuchen, betreten die Welt des Schlafes, die Gedanken schweifen ab, oder man döst vor sich hin. Außerdem arbeitet im Liegen die Atmung nicht so gut wie beim Sitzen, da der Atem nicht bewusst beherrscht werden kann. Richtige Atmung ist bei der Meditation sehr wichtig.
Geschlossene oder offene Augen
Sri Chinmoy: Ich werde oft gefragt, ob man mit offenen Augen meditieren soll. In neunzig von hundert Fällen schlafen diejenigen ein, die mit geschlossenen Augen meditieren. Du meditierst fünf Minuten lang und verbleibst dann noch fünfzehn Minuten lang in der Welt des Schlafes. Hier gibt es keine dynamische Energie, sondern nur Lethargie, Selbstgefälligkeit und eine Art ruhiges, süßes Gefühl.
Wenn du die Augen während der Meditation geschlossen hältst und die Welt des Schlafes betrittst, schweifst du leicht in alle möglichen Phantasien ab. Deine reiche Phantasie lässt dich vielleicht glauben, dass du in höhere Welten eintrittst. Es gibt viele Wege, wie du dir selbst glaubhaft machen kannst, dass du eine wunderbare Meditation hast. Es ist deshalb das beste, mit halboffenen und halbgeschlossenen Augen zu meditieren. Auf diese Weise bist du die Wurzel des Baumes und gleichzeitig der oberste Wipfel. Der Teil von dir, der die Augen halboffen hat, ist die Wurzel, die die Mutter Erde symbolisiert. Der Teil, der die Augen halbgeschlossen hat, ist der höchste Ast, die Welt der Vision, oder sagen wir, der Himmel. Dein Bewusstsein ist auf der höchsten Ebene und gleichzeitig hier auf der Erde, wo es versucht, die Welt zu verwandeln.
Die Meditation mit halboffenen und halbgeschlossenen Augen nennt man die “Löwenmeditation”. Selbst wenn du tief nach innen gehst, richtest du deine Aufmerksamkeit auf beide Ebenen, die physische und die unterbewusste. Sowohl die physische Welt mit ihren Geräuschen und Zerstreuungen als auch die unterbewusste Welt des Schlafes laden dich ein, doch du bezwingst sie beide. Du sagst: “Schaut, ich bin wachsam. Ihr könnt mich nicht in eure Gewalt bringen.” Da deine Augen teilweise geöffnet sind, wirst du nicht einschlafen. Auf diese Weise forderst du die Welt des Unbewussten heraus, während du gleichzeitig die Herrschaft über die physische Welt behältst, da du sehen kannst, was um dich herum vorgeht.
Meditation - herab tauchen auf den Grund des Meeres
Die eigene, innere Tiefe entdecken.
"Meditation ist wie ein herab tauchen auf den Grund des Meeres - alles ist ruhig und still." Diese Worte des Meditationsmeisters Sri Chinmoy haben mich schon immer sehr angesprochen. Vielleicht auch deshalb habe ich mich vor über 15 Jahren auf die innere Entdeckungsreise gemacht, meine eigenen inneren Tiefen auszuloten. Was kennzeichnet einen spirituellen Lehrer? Ich denke, es ist diese von ihm ausgehende Ruhe und Stille, die tatsächlich den Tiefen des weiten Ozeans zu entspringen scheint. Zumindest faszinierte mich jener Aspekt an Sri Chinmoy immer am meisten.
Meditation ist real.
Meditation ist etwas Greifbares, Starkes, was von keiner äußeren Kraft wirklich beeinflusst werden kann. Wer jemals das Glück hatte einen authentischen Meditationsmeister in tiefster Versenkung zu beobachten, wird dies sicherlich bestätigen können. Ich selbst habe Sri Chinmoy oft in solch einem Zustand erlebt. Welch gewaltige Kraft und gleichzeitig unerschütterliche Ruhe dabei von ihm ausging! Als wäre nur sein physisches Äußeres Teil dieser flüchtigen Welt der Wellen und Formen. Sein innerster Kern jedoch fest auf dem Meeresgrund verankert. Dort, wohin nichts Vergängliches mehr Zutritt hat. Eingebettet im erfüllenden Frieden der Ewigkeit.
(Siehe auch Web-Log zur Selbst-Transzendenz von Mahamani)
Eine Einführung in die Meditation
Eine Einführung in die Meditation
Es gibt viele verschiedene Arten der Meditation, aber letzten Endes haben alle das Ziel, den Verstande ruhig zu machen, beziehungsweise die Gedanken zu stoppen. Wenn wir meditieren, dann dürfen wir weder guten noch schlechten Gedanken erlauben in unseren Verstand einzudringen. Wie erleuchtend unsere Gedanken auch immer sein mögen, die Meditation zielt darauf ab, uns ein Bewusstsein weit jenseits des Bereiches unseres Intellekts und unseres abwägenden Verstandes zu ermöglichen. Worte sind nicht ausreichend, die Erfahrung der Meditation zu beschreiben. Meditation kann niemals mit dem endlichen, intellektuellen Verstand begriffen werden. Die Meditation beschäftigt sich mit Bewusstsein und einem Zustand des Seins. Wir müssen Meditation praktizieren und für uns erfahren, um sie zu verstehen.
“Wenn wir meditieren dehnen wir uns aus, spreizen unsere Flügel wie ein Vogel und versuchen ganz bewusst in die Unendlichkeit, Ewigkeit und Unsterblichkeit einzutreten und heißen sie in unserem strebsamen Bewusstsein willkommen. Wir sehen, fühlen und wachsen in das ganze Universum der Glückseligkeits-Wonne.”
Sri Chinmoy [1]
Warum meditieren?
Wenn du eine gewisse Unzufriedenheit in deinem normalen Leben fühlst und du dich nach einem wirklichen bedeutsamen inneren Frieden sehnst, dann ist Meditation die Antwort. Jeder kann meditieren, was es jedoch dazu braucht, ist unsere Strebsamkeit, uns zu konzentrieren und tief nach innen zu tauchen; niemand kann für uns meditieren, noch kann uns jemand die Früchte unserer Meditation wegnehmen.
Durch Meditation können wir bleibenden inneren Frieden und ein Glücklichsein entwickeln, das nicht auf die äußere Welt angewiesen ist. Was auch immer andere Leute sagen oder tun, wir werden Losgelöstheit und Gelassenheit bewahren, inmitten der Wirren des Lebens.
Wie meditieren?
Am Anfang brauchen wir eine geeignete ruhige Umgebung, in der wir ungestört sein können. Wenn es möglich ist, suche dir eine ruhige Ecke in deinem Zimmer, die du nur der Meditation widmest. Wenn es dir möglich ist, diesen Bereich mit Blumen und Kerzen zu schmücken, dann wird dir dies in deiner Inspiration helfen eine meditative Schwingung zu kreieren. Du wirst merken, dass es auch sehr vorteilhaft ist, vor der Meditation zu duschen und helle, saubere und leichte Kleidung zu tragen. Aus der Erfahrung kann ich auch sagen, dass es sehr schwierig ist, nach einer schweren Mahlzeit zu meditieren, da der Körper durch die Verdauung träge wird.
Einer der wichtigsten Punkte am Anfang ist das ruhige und stille Sitzen. Wenn wir unseren Körper nicht still halten können, dann besteht keine Hoffnung unsere Gedanken zu beruhigen. Ganz wichtig ist es, dass die Wirbelsäule gerade ist, damit der Energiefluss in der Wirbelsäule nicht unterbrochen wird. Die Wirbelsäule sollte aufrecht und zugleich entspannt sein. Auf dem Sessel, oder auf dem Boden, mit ein paar Polstern, ist hier nicht die Gretchenfrage, vielmehr ist es wichtiger, wo man sich entspannter fühlt.
Es ist ein Ziel den Körper von jeglichem Stress und jeglicher Anspannung zu befreien. Das können wir zum Beispiel mit einer simplen Atemübung machen. Bei dieser Übung müssen wir unserer Atmung einfach ganz bewusst sein; die Atmung sollte so sanft und entspannt wie möglich sein. Wenn jemand eine Feder vor unsere Nase halten würde, dann sollte sich diese kaum bewegen.Die Atmung ist sehr eng mit unserer Psyche und den Gedanken verknüpft; wenn wir die Atmung verlangsamen, dann hat dies einen sehr entspannenden Einfluss auf unseren Verstand.
Konzentration und Meditation
Die nächste Stufe, die es zu meistern gilt, ist die Konzentration. In der Konzentration versuchen wir die Gedankenvielfalt zu reduzieren. Man kann sich dies wie bei einer Kamera vorstellen. Wir schauen durch den Sucher und sehen das ganze Panorama und machen dann die Blende immer kleiner, bis wir nur mehr einen ganz kleinen Ausschnitt erhalten. Wenn wir es schaffen unseren Fokus auf einen Punkt und nicht auf ein Panorama zu richten, dann werden wir sehr schnellen Fortschritt in unserer Meditation machen.
Um die Konzentration zu entwickeln, kannst du versuchen dich nur auf einen Gegenstand zu konzentrieren. Eine sehr gute Möglichkeit bietet die Spitze einer Kerzenflamme, oder ein Punkt an der Wand; je kleiner der Gegenstand umso besser. Wenn du die Fähigkeit entwickelt hast, dich nur auf ein Ding zur gegebenen Zeit zu konzentrieren, dann kannst du die nächste Stufe versuchen, die stille Meditation.
Die wiederholte Konzentration hilft uns alle Gedanken loszulassen, die immer wieder versuchen in unseren Verstand einzudringen. Letztlich werden wir es schaffen einen inneren Frieden zu etablieren. Diese Stille sollte nicht mit einem blanken Negieren verwechselt werden. Wenn wir wirkliche innere Stille in uns etabliert haben, werden wir spüren, dass ein neues Bewusstsein in uns dämmert. Befreit von der kritischen und endlichen Natur des Verstandes, wird es für uns möglich sein, uns mit dem grenzenlosen Bewusstsein in unserem inneren Selbst zu identifizieren.
[1]Gebet und Meditation.
Auszug aus dem Buch Gebet-Welt, Mantra-Welt und Japa-Welt von Sri Chinmoy
